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Beizen und Passivieren von Edelstahl

So bleibt nichtrostender Stahl rostfrei

Auf einen Blick

Beizen entfernt chemisch Zunder, Anlauffarben und ferritische Verunreinigungen und legt metallisch reinen Edelstahl frei. Passivieren baut darauf die schützende Chromoxidschicht auf, in Minuten statt in Tagen. Erst beides zusammen macht Edelstahl dauerhaft korrosionsbeständig, besonders an Schweißnähten.

 

INOX COLOR beizt im Tauch-, Sprüh- und Umlaufverfahren, von Bauteilen bis 6 x 2,5 x 2,5 m bis hin zum Schüttgut, auf Wunsch kombiniert mit Elektropolieren.

Warum „nichtrostender" Stahl doch rosten kann

Nichtrostender Stahl trägt seinen Schutz nicht im Inneren, sondern an der Oberfläche: eine hauchdünne, chromreiche Passivschicht. Sie bildet sich selbständig, wenn genug Sauerstoff vorhanden ist. Fehlt dieser, etwa in engen Spalten, an mechanischen Verbindungen oder unter Ablagerungen, wird die Oberfläche „aktiv" und kann rosten. Die Folge sind Lochfraß und Spaltkorrosion, oft genau an Schweißnähten.

Beim Schweißen und in der Fertigung entstehen Zunder und Anlauffarben. Sie sehen harmlos aus, sind aber keine Passivschichten, sondern Schwachstellen. Dazu kommt Flugrost: der Kontakt mit Werkzeug aus normalem Stahl hinterlässt ferritische Partikel, die auf der Edelstahloberfläche weiterrosten. Solche Verunreinigungen lassen sich nicht „wegputzen", sie müssen chemisch entfernt werden.

Passivschicht und Lochfraß im Querschnitt INOX COLOR · transforming surfaces Passivschicht aus Chromoxid nur wenige Nanometer, schützt den Stahl gestörte Stelle: hier beginnt Lochfraß durch Zunder, Anlauffarben oder Flugrost Grundwerkstoff (Edelstahl) Beizen entfernt die Störstellen, Passivieren stellt die Schutzschicht flächendeckend wieder her.

Was Beizen bewirkt

Beizen ist ein chemischer Prozess. Eine Beizsäure löst Zunder, Anlauffarben, ferritische Ablagerungen und die durchs Schweißen chromverarmten Randzonen ab, bis die Oberfläche metallisch rein ist. Das ist entscheidend, denn nur auf einer metallisch reinen Oberfläche kann sich eine geschlossene, gleichmäßige Passivschicht bilden.

Je nach Bauteil kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

  • Tauchbeizen:
    Das Bauteil wird vollständig in das Beizbad getaucht, ideal für Bleche, Profile und komplette Konstruktionen.
  • Sprühbeizen:
    Für Großbehälter, Schwarz-Weiß-Konstruktionen oder Teile mit Spaltproblemen, bei denen Tauchen nicht praktikabel ist.
  • Umlaufbeizen:
    Speziell für Rohrkonstruktionen, bei denen die Beizlösung durch das Innere gepumpt wird.

Vor dem Beizen wird entfettet und gespült, danach bis zur Säurefreiheit gespült, damit am Ende nichts zurückbleibt.

Drei Beizverfahren im Vergleich

Tauchbeizen

Typische Bauteile

Bleche, Profile und komplette Konstruktionen bis ins XL-Format

Besonderheit

gleichmäßige, intensive Wirkung im Bad

Sprühbeizen

Typische Bauteile

Großbehälter, Schwarz-Weiß-Konstruktionen, Teile mit Spaltproblemen

Besonderheit

flexibel, auch für Teilflächen und sperrige Geometrien

Umlaufbeizen

Typische Bauteile

Rohrleitungen und geschlossene Systeme

Besonderheit

Beizmittel wird durch das Innere gepumpt

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Was bewirkt Passivieren?

Passivieren beschreibt die gezielte Bildung und Optimierung der Passivschicht von Edelstahl, also der selbstheilenden Rostfrei-Schicht. Zwar entsteht sie nach dem Beizen auch von selbst durch Luftsauerstoff, aber das dauert Tage, und in dieser Zeit ist das Bauteil nicht vollständig geschützt. Die chemische Passivierung erzeugt die Chromoxidschicht in Minuten mit gleichmäßiger Dicke und sichert damit sofort einen verlässlichen Korrosionsschutz.

Das senkt die Anfälligkeit für Lochfraß- und Spaltkorrosion, beseitigt verbliebene ferritische Verunreinigungen und stellt die Korrosionsbeständigkeit angegriffener Oberflächen wieder her. Gerade bei höher beanspruchten Bauteilen oder niedriger legierten Stählen ist die Passivierung der Schritt, der über die Lebensdauer entscheidet.

Passivierung: in Minuten statt in Tagen INOX COLOR · transforming surfaces Start nach dem Beizen natürlich an der Luft Sauerstoff aus der Umgebung Korrosionsgefahr, Schicht bildet sich langsam Tage chemische Passivierung mit Oxidationsmittel Minuten Bis die Passivschicht vollständig ist, besteht Korrosionsgefahr. Die chemische Passivierung schließt diese Lücke sofort.

Beizen oder Elektropolieren – was ist der Unterschied?

Beizen reinigt rein chemisch und stellt die metallische Reinheit her, glättet die Oberfläche aber nicht und erzeugt keinen Glanz. Elektropolieren geht darüber hinaus und trägt elektrochemisch die Mikrorauheit ab, das Ergebnis ist glatt, glänzend und besonders gut zu reinigen. In der Praxis werden die Verfahren oft kombiniert: erst beizen, dann elektropolieren, abschließend passivieren. Wer in erster Linie Schweißzunder und Korrosionsstartpunkte beseitigen will, ist mit Beizen und Passivieren richtig.

Vom Großbehälter bis zum Schüttgut, warum unsere Infrastruktur zählt

Beizen ist nur so gut wie die Anlage und die Erfahrung dahinter. Bei INOX COLOR bearbeiten wir Bauteile bis 6 x 2,5 x 2,5 m, das größte Format unseres Hauses, und im selben Betrieb Kleinteile wie Schrauben, Federn und Klammern als Schüttgut. Tauchen und Sprühen stehen ebenso zur Verfügung wie die direkte Kombination mit Elektropolieren und mechanischer Bearbeitung. Seit 40 Jahren produzieren wir Made in Germany und sind nach ISO 9001 zertifiziert. So bleibt die Prozesskette kurz und der Liefertermin planbar.

Chemisch Beizen und anodisch Beizen

Wir bieten beide Verfahrenswege an, erfahren Sie in einem Beratungsgespräch was der Unterschied ist und was für Ihre Anwendung besser geeignet ist.

Anodisches Beizen

Bei diesem Verfahren wird unter Einwirkung von Gleichstrom der Werkstoff abgetragen. Hierzu setzen wir spezielle Anlagen, Beizbäder mit geringer Aggressivität, ein. Ein beliebig hoher Metallabtrag wird erlaubt ohne das Ergebnis zu beeinträchtigen. Der Beizeffekt erfolgt unter Stromeinwirkung und ist über die Stromdichte einfach zu steuern. Es besteht so keine Gefahr für Überbeizung.

 

Die Korrossionsbeständigkeit von Werkstücken aus Edelstahl Rostfrei wird durch das Beizen gesichert und die Lebensdauer entscheidend bestimmt.

Chemisches Beizen

Die zu beizenden Werkstücke werden je nach Aufgabenstellung entweder in Beizbäder getaucht oder die Beizmittel werden manuell aufgetragen. Bei Raumtemperatur wirken sie einige Minuten bis Stunden ein und werden anschließend mit Wasser gespült.
Die aktive Beizsubstanz besteht im Wesentlichen aus Säuregemischen, die einen chemischen Abtrag der oberen Werkstoffschicht im Bereich von 1-3 µm bewirken. Oxide, wie Zunder und Anlauffarben, Ferrite und Verunreinigungen werden bevorzugt angegriffen und beseitigt. Gebeizte Oberflächen sind metallisch rein, gleichmäßig matt glänzend und von hoher Korrosionsbeständigkeit.

 

Die Ausbildung der Passivschicht erfolgt während des Spülens mit Wasser.